Person
Amartya Sen
Amartya Sen fragt, welche Freiheiten und Möglichkeiten Menschen wirklich haben. Er betont auch, dass jeder Mensch zu verschiedenen Gruppen gehören kann.
Sein Leben und seine Forschung
Amartya Sen wurde 1933 in Santiniketan in Indien geboren. Er studierte in Kalkutta und Cambridge. Er verbindet Wirtschaftswissenschaft mit Fragen nach Gerechtigkeit und dem Zusammenleben.
1998 erhielt er den Preis für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Ausgezeichnet wurden seine Beiträge zur Wohlfahrtsökonomie. Dieses Forschungsgebiet untersucht unter anderem, wie wirtschaftliche Bedingungen das Wohlergehen von Menschen beeinflussen.
Wirkliche Wahlmöglichkeiten
Seit den späten 1970er-Jahren entwickelte Sen den Capability Approach. Er unterscheidet zwei Fragen:
- Wie lebt ein Mensch tatsächlich?
- Zwischen welchen Lebensweisen kann dieser Mensch wirklich wählen?
Geld und vorhandene Güter sind dafür wichtig. Sie sind aber Mittel für ein gutes Leben. Welche Möglichkeiten daraus entstehen, hängt auch von der Person und den gesellschaftlichen Bedingungen ab.
Sen arbeitete mit Martha Nussbaum zu Lebensqualität und menschlicher Entwicklung. Sein Buch Development as Freedom erschien 1999. Entwicklung wird darin nicht nur am Einkommen gemessen. Wichtig ist die Freiheit, ein Leben zu gestalten, das die Person aus guten Gründen für wertvoll hält.
Menschen haben mehrere Zugehörigkeiten
In Die Identitätsfalle wendet sich Sen gegen die Vorstellung, ein Mensch gehöre nur zu einer einzigen kulturellen, religiösen oder nationalen Gruppe. Hier wird die Ausgabe von 2020 verwendet.
Der Begriff multiple Identitäten bedeutet: Ein Mensch hat verschiedene Zugehörigkeiten. Er kann selbst gewichten, welche davon in einer Situation wichtig sind. Andere sollen ihn nicht auf nur eine Zugehörigkeit festlegen.
Bedeutung für konsent.one
Zwei Menschen können dasselbe Unterstützungsangebot bekommen und es trotzdem sehr unterschiedlich nutzen können. Deshalb muss Unterstützung die jeweilige Lebenssituation berücksichtigen.
Bei der dialogischen Entscheidungsfindung zählt, ob Menschen ihre Wahlmöglichkeiten verstehen und tatsächlich Einfluss haben. Ein Mitspracherecht auf dem Papier reicht nicht aus. Die Person muss ihre Anliegen einbringen und eigene Ziele verfolgen können.
Bücher und Quellen
Zentrale Texte
Sen, A. (2020). Die Identitätsfalle: Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt (4. Aufl.). C. H. Beck.
Weitere Quellen
Nobel Prize Outreach. (o. J.). Amartya Sen – Facts. https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1998/sen/facts/
Sen, A. (1998). Biographical. NobelPrize.org. https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1998/sen/biographical/
Sen, A. (1999). Development as Freedom. Alfred A. Knopf. https://sen.scholars.harvard.edu/publications/development-freedom
