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Framework

Konzeptionelles Recovery-Framework nach Leamy et al. (2011)

Das Recovery-Framework von Leamy und ihrem Team ordnet Erfahrungen persönlicher Genesung. Es verbindet Merkmale des Weges, mögliche Stufen und die fünf CHIME-Prozesse.

Was dieses Modell beschreibt

Ein Framework ist ein geordneter Rahmen. Er hilft dabei, verschiedene Erfahrungen und Erkenntnisse zusammen zu betrachten.

Leamy und ihr Forschungsteam entwickelten 2011 einen solchen Rahmen für persönliche Recovery. Recovery wird darin als aktiver und individueller Prozess verstanden. Der Weg verläuft nicht immer geradeaus. Er betrifft mehrere Bereiche des Lebens.

Das Team wertete 97 Veröffentlichungen aus 87 Studien aus. Der Rahmen besteht aus drei Teilen: Merkmale des Recovery-Weges, ein Stufenmodell und die CHIME-Prozesse. Diese Teile ergänzen einander.

Conceptual Framework for Personal Recovery in Mental Health

Abbildung 1: Konzeptioneller Rahmen für persönliche Recovery. Eigene Darstellung und Übersetzung nach Leamy et al. (2011, S. 448–449, Tabellen 1–3).

Erster Teil: 13 Merkmale von Recovery

Die erste Grafik zeigt, wie häufig die Studien bestimmte Merkmale nannten. Die Zahlen beziehen sich auf die 87 Studien. Sie sagen nicht, wie viel Prozent aller Menschen etwas erleben.

Die Merkmale sind nach der Häufigkeit ihrer Nennung geordnet:

  • Aktiver Prozess: Die Person ist selbst an ihrem Weg beteiligt. Dies wurde in 44 Studien genannt.
  • Individueller und einzigartiger Prozess: Jeder Weg ist anders. Dies wurde in 25 Studien genannt.
  • Nicht geradliniger Prozess: Es kann Umwege und Rückschritte geben. Dies wurde in 21 Studien genannt.
  • Eine Reise: Recovery wird als ein Weg durch verschiedene Erfahrungen verstanden. Dies wurde in 17 Studien genannt.
  • Stufen oder Phasen: Der Weg kann unterschiedliche Abschnitte haben. Dies wurde in 15 Studien genannt.
  • Eine Herausforderung: Der Weg kann anspruchsvoll sein. Dies wurde in 14 Studien genannt.
  • Mehrere Dimensionen: Recovery betrifft verschiedene Seiten des Lebens. Dies wurde in 13 Studien genannt.
  • Schrittweiser Prozess: Veränderungen können nach und nach entstehen. Dies wurde in 13 Studien genannt.
  • Lebensverändernde Erfahrung: Recovery kann das eigene Leben grundlegend verändern. Dies wurde in 11 Studien genannt.
  • Genesung ohne vollständige Heilung: Ein gutes Leben ist auch möglich, wenn Beschwerden bleiben. Dies wurde in 9 Studien genannt.
  • Unterstützende und heilende Umgebung: Die Umgebung kann Recovery fördern. Dies wurde in 6 Studien genannt.
  • Ohne professionelle Hilfe möglich: Recovery kann auch ohne einen beruflich begleiteten Eingriff entstehen. Dies wurde in 6 Studien genannt.
  • Versuch und Irrtum: Menschen probieren aus und lernen daraus. Dies wurde in 6 Studien genannt.

Diese Merkmale beschreiben unterschiedliche Seiten des Erlebens. Sie ergeben keine Pflichtliste für die einzelne Person.

Merkmale persoenlicher Recovery

Abbildung 2: Merkmale von Recovery, geordnet nach der Häufigkeit ihrer Nennung in 87 Studien. Die Übersicht wertet 97 Veröffentlichungen aus. Eigene Darstellung und Übersetzung nach Leamy et al. (2011, S. 448, Tabelle 1).

Zweiter Teil: Mögliche Stufen

Das Stufenmodell beruht auf dem Transtheoretischen Modell. Leamy und ihr Team verwenden dafür fünf Bezeichnungen. Die Abbildung ergänzt alternative Begriffe aus einer der ausgewerteten Studien. Diese Studie ist in der Übersicht anonymisiert, also ohne Namen wiedergegeben.

Die Begriffe werden so einander zugeordnet:

  • Vorbetrachtung, auf Englisch Precontemplation: Eine Veränderung steht noch nicht bewusst im Mittelpunkt. Die alternative Bezeichnung lautet „Festgefahren“.
  • Betrachtung, auf Englisch Contemplation: Die Person setzt sich mit einer möglichen Veränderung auseinander. Die alternative Bezeichnung lautet „Hilfe annehmen“.
  • Vorbereitung, auf Englisch Preparation: Die Person richtet sich auf eine Veränderung aus. Die alternative Bezeichnung lautet „Zuversichtlich sein“.
  • Handlung, auf Englisch Action: Die Person wird aktiv. Die alternative Bezeichnung lautet „Lernen“.
  • Aufrechterhaltung und Wachstum, auf Englisch Maintenance and Growth: Die Veränderung wird weitergeführt und entwickelt sich weiter. Die alternative Bezeichnung lautet „Selbstständig sein“.

Diese Wörter machen verschiedene Phasen verständlicher. Sie ändern nichts am Grundgedanken, dass Recovery individuell und nicht immer geradlinig verläuft.

Recovery-Stufenmodell

Abbildung 3: Das Transtheoretische Modell mit den Stufenbegriffen von Leamy und ihrem Team. Die ergänzenden Bezeichnungen stammen aus einer dort anonymisiert wiedergegebenen Studie. Eigene Darstellung und Übersetzung nach Leamy et al. (2011, S. 449, Tabelle 3).

Dritter Teil: Die CHIME-Prozesse

CHIME beschreibt fünf zentrale Prozesse persönlicher Recovery. Die Buchstaben stehen für englische Begriffe:

  • Connectedness: Verbundenheit mit anderen Menschen.
  • Hope and optimism about the future: Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft.
  • Identity: die eigene Identität und das Selbstbild.
  • Meaning in Life: Sinn im Leben.
  • Empowerment: Selbstbestimmung und Handlungsmacht.
CHIME-Framework

Abbildung 4: Die fünf CHIME-Prozesse. Eigene Darstellung und Übersetzung nach Leamy et al. (2011, S. 448, Tabelle 2).

CHIME ist damit ein Teil des umfassenden Rahmens. Die Merkmale und die Stufen gehören ebenso dazu. Zusammen helfen die drei Teile, den eigenen Weg zu beschreiben und Unterstützung daran auszurichten.

Bücher und Quellen

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