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Methode

One-to-Ones (One2ones)

One-to-Ones sind kurze Gespräche zwischen genau zwei Menschen. Sie helfen, Beziehungen und ein Netz von Kontakten im Stadtteil aufzubauen.

Gespräche unter vier Augen

One-to-Ones wird auch One2ones geschrieben. Gemeint sind persönliche Gespräche zu zweit. Sie finden ohne die übliche Situation hinter einem Schreibtisch statt.

Die Methode gehört zum Community Organizing. Das bedeutet: Menschen im Gemeinwesen zusammenbringen und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten stärken. Fachkräfte bauen mit den Gesprächen ein Netz wichtiger Kontaktpersonen im Stadtteil auf.

Wer miteinander spricht

Es sprechen genau zwei Menschen miteinander:

  • Eine Fachkraft der Gemeinwesenarbeit. Beim Kiezmachen ist das die Kiezmoderatorin oder der Kiezmoderator.
  • Eine Person aus dem Stadtteil, die eine wichtige Kontaktperson werden könnte.

One-to-Ones sind keine Gruppengespräche. Das Netz entsteht durch viele einzelne Gespräche.

Neue Kontakte im Alltag finden

Wichtig ist nicht nur, wen man schon kennt. Wichtig ist, neue Menschen kennenzulernen.

Nach Früchtel und Budde können persönliche Begegnungen mehr bewirken als Öffentlichkeitsarbeit, organisierte Versammlungen und Aktionen. Ein Kontakt kann zum nächsten führen. So entsteht eine Kette von Beziehungen.

Gelegenheiten gibt es im Alltag: beim Einkaufen, beim Friseur, im Laden oder in der Kneipe. Auch eine Brotzeit am Kiosk statt in der Kantine kann zu einem Gespräch führen.

Ganz unterschiedliche Menschen können wichtig sein. Zum Beispiel eine gut informierte Nachbarin im Ruhestand, ein Pfarrer mit vielen Kontakten, Geschäftsleute oder Menschen aus Handwerksbetrieben. Auch Kontakte zu Banken oder zur Polizei können dazugehören.

Etwa 30 Minuten auf zwei Ebenen

Ein Gespräch dauert ungefähr 30 Minuten. Es hat zwei miteinander verbundene Aufgaben.

Auf der Beziehungsebene geht es um Sympathie und Vertrauen. Es soll eine Verbindung entstehen, an die beide später anknüpfen können. Die andere Person soll erleben: Das war ein gutes Gespräch. Jemand hat sich wirklich für mich interessiert und wichtige Fragen gestellt.

Auf der Inhaltsebene geht es darum, die Person kennenzulernen. Was macht sie neugierig? Was sind ihre Überzeugungen und Stärken? Welche Talente hat sie? Mit wem ist sie verbunden?

Hilfreiche Fragen sind:

  • Wer ist dieser Mensch?
  • Wer sind seine Vorbilder?
  • Was bewegt ihn?
  • Worüber ärgert er sich?
  • Was wünscht er sich für die Nachbarschaft?

Danach kann die Fachkraft überlegen: Könnte diese Person andere zusammenbringen und etwas anstoßen? Ist ein weiteres Gespräch sinnvoll?

Was ungewohnt sein kann

Für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit kann die Situation ungewohnt sein. Hier kommt die Fachkraft auf eine Person zu und möchte etwas von ihr. Oft läuft es im Berufsalltag umgekehrt.

Manche fühlen sich dabei wie Menschen, die an der Haustür etwas verkaufen wollen. Diese Hemmschwelle muss überwunden werden.

Bedeutung für Kiezmachen

Im Kiezmachen helfen One-to-Ones, ein Willkommensnetz aufzubauen.

Gespräche machen wichtige Personen und gastfreundliche Orte sichtbar. Sie können auch Menschen finden, die an einem Ort verlässlich ansprechbar sind und neue Menschen beim Ankommen unterstützen.

Dieses Netz wächst durch echte Beziehungen. Flyer und Öffentlichkeitsarbeit können die persönlichen Gespräche nicht ersetzen.

Bücher und Quellen

Dierinck, P. (2023). Community-based mental healthcare for psychosis: From homelessness to recovery and continued in-home support. Routledge.

Früchtel, F. & Budde, W. (2006). Wie funktioniert fallunspezifische Ressourcenarbeit? Sozialraumorientierung auf der Ebene von Netzwerken. In W. Budde, F. Früchtel & W. Hinte (Hrsg.), Sozialraumorientierung. Wege zu einer veränderten Praxis (S. 201-218). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.

Kessl, F. & Reutlinger, C. (Hrsg.). (2022). Sozialraum: Eine elementare Einführung. Springer.