Person
Judi Chamberlin
Judi Chamberlin setzte sich für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung ein. Sie sollten selbst entscheiden und ihre Unterstützung mit anderen Betroffenen organisieren können.
Ihr Leben und ihr Buch
Judi Chamberlin lebte von 1944 bis 2010 in den USA. Als junge Frau erlebte sie eine psychiatrische Behandlung gegen ihren Willen. Später wurde sie eine wichtige Stimme der Bewegung von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Diese Menschen wollten sich selbst vertreten und gegenseitig helfen.
1978 erschien ihr Buch On Our Own. Darin beschrieb sie andere Formen der Unterstützung als im üblichen psychiatrischen System. Die betroffenen Menschen organisieren und bestimmen diese Unterstützung selbst.
Wirklich selbst entscheiden können
Chamberlins Ideen sind wichtig für Recovery und Empowerment. Empowerment bedeutet hier: Menschen bekommen echte Möglichkeiten, selbst zu handeln und zu entscheiden. Sie sollen nicht nur nach ihrer Meinung gefragt werden. Auch die Regeln und die Verteilung von Entscheidungsmacht müssen das ermöglichen.
Bedeutung für konsent.one
Diese Haltung ist für den Recovery-Kompass und die dialogische Entscheidungsfindung wichtig. Beteiligung endet nicht damit, dass jemand zuhört oder eine Zustimmung einholt.
Menschen brauchen eigene Worte für ihre Erfahrungen. Sie brauchen Räume, die sie selbst gestalten können. Und sie müssen Einwände vorbringen können, die bei Entscheidungen tatsächlich etwas bewirken.
Bücher und Quellen
Zentrale Texte
Chamberlin, J. (2022). On our own: Patient-controlled alternatives to the mental health system. National Empowerment Center. (Originalwerk veröffentlicht 1978)
Farkas, M., Gagne, C., Anthony, W., & Chamberlin, J. (2005). Implementing recovery oriented evidence based programs: Identifying the critical dimensions. Community Mental Health Journal, 41(2), 141–158. https://doi.org/10.1007/s10597-005-2649-6
Weitere Quellen
Chamberlin, J. (1997). A working definition of empowerment. Psychiatric Rehabilitation Journal, 20(4), 43–46.
